Schülerkochpokal 2014

Kampf um den Schülerkochpokal

„Alles aus Teig“: Acht Schüler der Eugen-Bolz-Schule nehmen am bundesweiten Wettbewerb „Schülerkochpokal“ teil. Foto: Holm Wolschendorf

Es brodelt und dampft in der Küche der Eugen-Bolz-Schule. Zwei Teams aus jeweils vier Schülern stehen dort am Herd und bereiten zwei schwäbische Menüs zu. Doch das tun sie nicht zum Spaß: Sie wollen den „Schülerkochpokal“ gewinnen. Und treten gegen 127 andere Kochteams aus ganz Deutschland an.

„Kochen ist mein Hobby, deswegen macht mir das hier auch sehr viel Spaß“, sagt die 14-jährige Marina Deskar. „Vor allem meine Rinderrouladen kommen bei Freunden und Familie richtig gut an.“ Unter den acht Nachwuchsköchen ist sie das einzige Mädchen. „Ja, das ist schon ungewöhnlich“, sagt Hauswirtschaftslehrer Stefan Dietrich und schmunzelt. „Aber als ich die Teams zusammengestellt habe, war sie meiner Meinung nach – gemeinsam mit den sieben Jungs – am geeignetsten für diese Aufgabe.“ Geeignet, damit meint Dietrich, dass die Schüler in der Lage sein müssen, knapp zwei Stunden ohne Hilfe eines Lehrers oder einer anderen Person ein Drei-Gänge-Menü für vier Personen zu kochen, zudem eine Kalkulation des Essens, das nicht mehr als 20 Euro kosten darf, vorlegen zu können und dieses auch noch auf einem korrekt eingedeckten Tisch zu präsentieren.

Diese Aufgaben umfasst der Bundeswettbewerb „Schülerkochpokal“. Die Eugen-Bolz-Schule nimmt dieses Jahr das erste Mal daran teil. Betreut werden die Schüler von Stefan Dietrich, bewerten wird die Gerichte ein echter Koch: Michael Klein vom Kochverein Stuttgart. Beim ersten Kochen der Vorrunde steht er noch mit Rat und Tipps zur Seite. Ist das Menü fertig, wird bewertet, kritisiert und – wenn alles gut läuft – auch gelobt. „In der zweiten Runde des Vorkochens sind die Schüler dann auf sich allein gestellt,“ sagt Klein. „Ich darf dann höchstens noch sagen, dieses und jenes habe ich dir doch in der ersten Runde anders gezeigt, erinnerst du dich?‘. Mehr aber nicht.“ Denn dann gilt es – die Schüler müssen kochen, was das Zeug hält und bekommen Punkte. Schaffen sie es durch die Vorrunde, kommen sie in den Landeswettbewerb, bei dem der Sieger aus Baden-Württemberg ermittelt wird. Das Finale findet dann in einem bundesweiten Duell statt.

Unter dem Motto „Alles aus Teig – Herzhaft und Süß“ muss jedes Team sein eigenes Menü kochen: Jedes Gericht muss etwas „Teigiges“ enthalten. In Kornwestheim wird für den Wettbewerb typisch schwäbisch gekocht: Das Team „Turbo-Schwaben“ arbeitet nach dem Motto „Original Schwäbisches Dreierlei“ und tischt eine Suppe mit Speckklößchen vom Semmelknödelteig, geschmälzte schwäbische Maultaschen aus Nudelteig an Kartoffelsalat und als Dessert in Hefeteig gebackene Apfelstücke mit Vanilleeis auf. Mit gerolltem Strudelteig mit feiner Kräuterfüllung an Tomatensoße, Scheiben vom Schweinfilet an Champignonrahm mit selbst gemachten Spätzle und Pfitzauf von lockerem Biskuitteig an Vanillesoße tritt das Team „Die Teig-Connection“ an.

Der 13-jährige Aykut Terzi ist zwar für das Dessert zuständig, springt aber gerade beim Tomatenschneiden ein – dort wird Hilfe benötigt. „Ich koche sehr gern“, sagt er. „Obwohl ich es zu Hause nie mache.“ Das möchte er in Zukunft ändern. Insgesamt können sich die Teams jeweils 100 Punkte erkochen. Pro Gericht gibt es maximal 20 Punkte, für das gesamte Menü also 60. Dabei zählen nicht nur Geschmack und Konsistenz des Essens, sondern auch die Kreativität. Auch die Arbeitsweise wird bewertet. Und – ganz wichtig – die Dekoration des Tisches: Ganze 25 Punkte gibt es hierfür. Deshalb kümmert sich in Kornwestheim je ein Schüler nur um den Tisch, hilft erst in der Küche, wenn er damit fertig ist. „Mit einem toll gedeckten Tisch kann man noch viel herausholen“, sagt Klein.

Die Schüler schlagen sich gut, sagt der Koch. „Ich habe schon viel chaotischere Gruppen erlebt.“ Er lacht. „Und allein dafür, dass sie sich quasi in ihrer Freizeit hier an den Herd stellen und sich dem Druck einer Wettbewerbssituation aussetzen, sollten sie schon einen Preis verdienen.“

Silke Latzel

Quelle: Ludwigsburger Kreiszeitung vom 22.01.2014

Zur Bildergalerie